KRABAT

Eine Lesung für die HS/AHS - Unterstufe

Es liest: Christian Hofler

Auch wenn die "Räuber Hotzenplotz"-Romane Preußlers bekannteste Bücher sein dürften, der "Krabat" ist sicher eines seiner besten. Krabat, ein wendischer Betteljunge, folgt einer geheimnisvollen Stimme, die ihm im Traum erscheint. Sie führt ihn zu einer abgelegenen Mühle, in der ein einäugiger Müller und seine 11 Mühlknappen leben und arbeiten. Er wird als Lehrjunge aufgenommen und erkennt bald, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Mühle handelt. Jeglicher Fluchtversuch - bei Tag oder Nacht - endet immer wieder an der Mühle. Niemals erscheinen Bauern um Korn zu liefern, dennoch poltert das Mahlwerk von morgens bis abends, sieben Tage die Woche. In jeder Neumondnacht erscheint ein Gespann, dass die Mühlknappen zur Nachtschicht zwingt; wenn es morgens abfährt, hinterläßt es keine Spuren. Die Arbeit ist so hart, dass Krabat sie ohne die magische Hilfe seines Freundes Tonda, des Alt-Gesellen, nicht überstehen würde.

Schon nach wenigen Wochen wird Krabat vom Lehrjungen zum Gesellen befördert und erfährt, dass diese Mühle eine "schwarze Schule" sei, ein Zentrum der schwarzen Magie. Er selbst wird zum Schüler, der seine Seele dem Teufel verkauft hat ... Die (zum Roman ausgearbeitete) alte wendische Sage über die geheimnisvolle Mühle im Koselgrund fasziniert Kinder wie Erwachsene immer wieder aufs Neue. Ich gestehe, ich habe "Krabat" erst für dieses Projekt kennengelernt und gelesen, aber ich habe es *gefressen*. Preußler gelingt es, der Handlung immer dann eine weitere Wendung zu geben, wenn der Leser zu wissen meint, wie es weitergeht. Ich kenne kein anderes Buch, bei dem ich es wagen würde, 13 bis 14-jährigen eineinhalb Stunden und länger vorzulesen, mit der Sicherheit, sie mit Leichtigkeit bei der konzentrativen Stange halten zu können.